Waldtage

Wo tief der Wald voll Tannen,
das wilde Gras so weich,
ein Zauber muß mich bannen,
hin streck` ich mich sogleich.
Und wo ein Vogel singet,
im Grund ein Bächlein rauscht,
im Herzen nach es klinget,
meine ganze Seele lauscht.
Danke.
(Verfasser unbekannt)

 So gefällt es mir am Wald- und Wiesentag

Morgens um  9.oo Uhr geht es bei fast jedem Wetter, nachdem alle Waldkinder und ihre Rucksäcke gezählt sind, los Richtung Wald. (Rucksäcke, Sitzkissen und natürlich den Waldkoffer chauffieren netterweise unsere Eltern mit einem Sammeltaxi zum Eichfelder Wald und zurück.)CIMG1300

Ausgerüstet mit wetterangepasster Kleidung  marschieren wir an jedem 2. Dienstag im Monat los. Erst einmal auf befestigtem Weg, der später gutes Schuhwerk verlangt, entdecken wir oft schon nach den ersten 10 Min. Rüben oder Maiskolben, die wir unbedingt  für die Tiere mitnehmen müssen. Dies bietet natürlich schon den ersten Gesprächsstoff auf unserem Weg.

Bulldogs, die säen, ernten, oder einer anderen aufzuklärenden Tätigkeit nachgehen, werden erläutert und beobachtet. Manchmal hoppeln Hasen über das Feld oder, wenn wir Glück haben sichtet jemand Rehe, die in sicherer Entfernung stehen. Jede kleinste Blume oder Fußspur muss begutachtet werden und so dauert es ca. eine dreiviertel Stunde bis wir hungrig und glücklich am Eingang unseres Waldes ankommen. Dort liegen Baumstämme, die erst einmal beklettert werden, und auf denen unsere Rucksäcke und Waldutensilien warten.CIMG1304

Zielgerichtet steuern die Vorschüler und Entdecker zu ihren Zelten und Häusern, die sie, mit zum Teil großem Kraftaufwand,  gebaut haben. Dort lassen sie sich gemütlich nieder und packen hungrig und neugierig auf den Tag die Brotzeit aus.CIMG1311

Dieses Stück Wald ist uns schon zur zweiten Heimat geworden und so sitzen wir auf den abwaschbaren Sitzkissen, planen untereinander wie wir an unseren Zelten und Häusern weiterbauen oder ob wir sie erweitern müssen.

Sofort wollen sich die Kinder an die „Arbeit“ machen, doch zuerst wollen wir uns einmal  mit dem Lied nach der Melodie: „Ein Männlein steht im Walde“ begrüßen.

Wir sind heut Gast hier draußen,
ja das ist fein.
Woll`n spielen, hüpfen, laufen,
woll`n lustig sein.
Doch wir müssen leise sein,
denn wir sind hier nicht allein`-
//:hier wohnen viele Tiere, groß und klein://

Manchmal schauen wir dann erst noch hoch in den Himmel. Diesen betrachten und Bäume-von-unten-anschauen ist ein schönes Erlebnis.  Mit geschlossenen Augen auf die Geräusche des Waldes hören, dabei den Duft einatmen, entspannt Körper, Geist und Seele.

Sina stellte einmal fest:„ Am besten hat  mir im Wald gefallen, dass es so schön still im Wald ist.“

Voller Tatendrang und schon ganz aufgeregt will jeder eines der Waldwerkzeuge aus dem Waldkoffer. Mit  Lupen,  Pflanzenbestimmungsbüchern, Baumschere, Seil oder dem Messer in der Hand, ziehen die Kinder los.CIMG1322

Christoph und Max legen einen dickeren Ast zwischen zwei Stämme und probieren ihre Wippe aus, trainieren  unbewusst ihren Gleichgewichtssinn und haben jede Menge Spaß dabei.

„Barbara, schau mal wo ich bin“?, Johannes, der an fast keinem Baum vorbeikommt ohne zu versuchen, ob er hochkommt, testet seine, ohnehin sehr ausgeprägten Kletterfähigkeiten. Oben angekommen klammert er sich fest wie ein Äffchen und hat Überblick über alles und jeden.CIMG1314

Emily, Lena und Neo untersuchen einen alten Baumstamm und versuchen ihn mit der Waldschere zu frisieren.

Die Erdkröte, die sich auf Rosalie’s Rucksack ausruhen will, ist natürlich ein Highlight, das wir selbstverständlich mit dem Fotoapparat  festhalten müssen, damit die Mamas es auch später im Internet ansehen können. Jeder will die Kröte sehen.  Danach überlegen die Kinder, wo es ihr wohl am besten gefällt und verstecken sie unter ein paar feuchten Waldblättern.

Langsam und stetig entfernen sich Lina, Hannah und Tim, um in einer Baumgruppe zu spielen. Sie sind zwar ein Stück entfernt, aber nie zu weit weg, sodass Barbara und Manuela sie nicht aus dem Blick verlieren.

In guter Teamarbeit arbeiten Alexander und Jan mit  Handbohrern  an einem alten Ast, der sich leicht bearbeiten lässt.

Jule, Conny, Johanna und Sina, die fast Unzertrennlichen, sitzen gemütlich an mehreren Wurzeln und unterhalten sich angeregt.

„Manuela, warum sind in der Rinde so viele Löcher?“, fragen Fiona und Lina verwundert, „kommen die von Käfern oder von Ameisen?“

Vroni schleppt mit Kristina große Äste herbei, um am Haus weiter bauen zu können. Rosalie und Julia  indes  suchen nach kleinen Stecken, Blättern, Moos oder anderem Brauchbarem. Nach und nach wächst auch ihr kleiner Garten, hinter dem Waldhaus. Nach vollbrachtem Werk legen sich  alle hinein und genießen gemeinsam.CIMG1320

Mit dem Messer suchen Fionn und Maurice nach kleinen Waldbewohnern unter der Baumrinde und am Boden. Schließlich finden sie einen schönen Regenwurm, den sie stolz präsentieren. Sind ganz vertieft bei ihrer Suche, sodass die Zeit bis zur Brotzeit viel zu schnell vergeht.

Spätestens um 12.oo Uhr räumen die Walddetektive ihr Werkzeug auf.  Meistens müssen wir erst mal gemeinsam mehrere Teile davon suchen, was nicht gerade einfach ist.

Der warme Kindergartentee ist heiß begehrt und wärmt uns und unsere kalten Finger von innen heraus auf.

Lecker schmeckt so eine Waldbrotzeit bei einem Picknick in geselliger Runde.

Doch lange halten sich die fleißigen Vorschüler und Entdecker nicht mit dem Essen auf, denn es gibt so viel zu tun und zu entdecken.

Trotz der vielen Dinge, die auf uns warten sind alle entspannt und zufrieden. Keiner jammert, keiner hat Langeweile oder steht nur so herum. Immer wenn die  Kinder Hilfe brauchen, packen gleich ein paar andere an, denn: “gemeinsam schaffen wir das“.

Peter und Paul suchen sich ein stilles Plätzchen, spielen in innigster Vertrautheit und lachen sich schlapp.

Fiona hat einen großen Ast gefunden, auf dem sie so schön balancieren kann und danach entdeckt sie einen kleinen Falter, der so hell ist, dass man ihn auf den ersten Blick gar nicht sehen kann.

Mit dem Pflanzenbestimmungsbuch in der Hand, durchforstet Ella glücklich den Waldboden.

Valeria und Lucia sitzen auf einem Baumstamm mit einer freigelegten Wurzel und spielen.

Philipp und Noah finden Stecken, die mal als Messer dienen, mal als Schwerter oder was halt gerade gebraucht wird.

Wieder geht ein wunderschöner und ganz entspannter, wenn auch sehr arbeits- und lehrreicher Waldtag vorbei.  Nun müssen wir wieder schauen, dass der Waldkoffer vollständig ist. Danach wünschen sich die Vorschüler und Entdecker beim Abschlusskreis das Bewegungsspiel “Im Walde von Toulouse“, damit die kleinen Räuber aus dem Wald rausfinden können.CIMG1339

Unsere Sachen legen wir wieder an den Baumstämmen ab, und machen uns dann auf den Weg zurück, voller Elan und mit einem Lied auf den Lippen. Den Matschweg finden alle lustig, auch wenn sie ab und zu hinfallen. Wenn wir am Sportplatz ankommen, ist es ein Muss, sich am Hügel runter rollen zu lassen und von Müdigkeit ist keine Spur zu erkennen.IMG_1536

Silvia überlegt hin und wieder schon mal, ob sie uns kleine Wildschweine, in den Kindergarten reinlassen soll. Doch so glückliche Kinder, mit so schönen roten Bäckchen, müssen natürlich nicht draußen bleiben.

Im Frühjahr und Sommer geht es, anstelle in den Wald, zu einer Wiese mit Bachlauf, was den Kindern genauso gut gefällt. Auch da können sie viel entdecken, angeln und spielen. Barfuß über die Wiese laufen, Blumen bestimmen oder sich einen Kranz daraus machen, u.s.w.DSCI0508

Handy Bilder Juli 2013 236Und am Ende des Kindergartenjahres besuchen sich die Wald- und Wiesenkinder Zuhause. Testen dort die vorhandenen Spielgeräte und lassen sich von den fleißigen Mamas so richtig schön mit Brotzeit, Limo und Eis, verwöhnen.

Danke Wald und Wiese für das, was ihr uns alles bietet,

eure Stadelschwarzacher Kigakinder, samt Team.